Herr Lopatenko und das Handy

Interview mit Herrn Lopatenko zum Thema Medien an der Schule

„Wlan ist ein Grundrecht für alle“

Um dieses Interview zu starten, beginne ich mit der Frage, wie sie zur Handynutzung stehen und weshalb sie diese Auffassung haben?

A: Ich bin grundsätzlich für die Nutzung. Auch um im Unterricht eine weitere Möglichkeit zur Recherche zu haben und den Unterricht generell lebendiger zu gestalten.

Wo ist bei Ihnen denn die Grenze der Handynutzung erreicht?

A: Da gibt es große Probleme mit der Bestimmung des Alters der Jugendlichen auf dem Schulhof. Viele Lehrer unterrichten diese Schüler*Innen nicht und wissen nicht, ob sie schon ans Handy dürfen oder nicht. Und natürlich auch die Kommunikation zwischen den beiden Parteien. Viele wissen anscheinend nicht, ab wann und wo sie das Handy nutzen dürfen. Auch haben wir viele Schüler, welche die 11 bei uns machen und die Regelung noch nicht so wirklich kennen.

Nutzen Sie Medien auch im Unterricht oder beziehen Sie Ihre Meinung nur auf die Freizeit?

A: Ja, auch im Unterricht nutze ich Medien und würde es auch gerne öfter machen. Allerdings gibt es da ein große Problem: Wlan. Ich finde, jeder sollte als Grundrecht Wlan haben.

Finden Sie die Aufklärung rund ums Internet zu gering oder zu hoch?

A: Es könnte und muss vor allem besser werden. Im Prinzip sollte man jedes Jahr aufs Neue darüber reden. Vor allem auch, wie bereits gesagt in der 11. Klasse, um die Regeln die wir hier haben, zu vermitteln.

Was sagen Sie dazu, dass unsere Computerräume kaputt sind und wie/was würden Sie daran ändern?

A: Es ist schlecht ja, aber ich würde tatsächlich soweit gehen wollen und fragen: „Brauchen wir die noch?“ Es war teilweise so, dass, als ich mit meiner fünften Klasse in einem Computerraum war, viele Schüler*Innen auf den Monitoren rumgetippt haben und dachten es seien Touchpads. Der Trend geht definitiv zu Tablets und Ähnlichem.

Wie stehen Sie zur Computernutzung anstelle von Papier?

A: Ich finde, beides hat seinen Nutzen und beides sollte bestehen. Viele stellen sich eine „Computer/Tablett-Klasse“ nach dem Prinzip „Alle Schüler*Innen sitzen die ganze Zeit hinter ihren Monitoren“ vor. Aber das ist es ja eben nicht. Man muss darauf achten, wann man sie wirklich nutzen kann und sollte und welche Möglichkeiten das einem zu bieten hat.

Aber Computer gibt es jetzt schon seit 10 Jahren und ich habe noch keinen Wandel des Lehrverhaltens gesehen. Und den Wandel brauchen wir definitiv.

An einer Schule, an der ich mein Referendariat hatte, gab es beispielsweise ausleihbare Wlan-Router. Das wäre vielleicht eine Möglichkeit. Aber wir haben ja jetzt einen anderen Weg. Zudem möchte ich nochmal sagen, dass wir ein offenes Kollegium sind, viele versuchen es und wir haben viele Ideen.