Verschwörungstheorien- Was ist dran an Corona?

Das Thema Verschwörungstheorien ist aktueller denn je, darum möchte ich mit einer einfachen Definition die Unterschiede zwischen berechtigtem Hinterfragen, Verschwörungstheorien und wissenschaftlicher Arbeit darlegen und darüber hinaus einige Probleme, die Verschwörungstheorien mit sich bringen.

Um die obengenannte Bereiche unterscheiden zu können, müssen wir sie erst einmal definieren:

Verschwörungstheorien

Eine Verschwörungstheorie ist eine Behauptung, die ernstgemeint ist, die offizielle Version eines Sachverhalts anzweifelt und nicht nach der wissenschaftlichen Methode vorgeht. Besonders hervorzuheben ist, dass sie sich gegen Widerlegung schützt.

Beispiel: Die Erde ist flach!

Offizielle Version: Die Erde ist rund!

Schutz gegen Widerlegung: Wissenschaftler sind Teil der Verschwörung

Missachtung der wissenschaftlichen Methode: der „Beweis“, dass der Horizont flach ist, ist dadurch zu erklären, dass die Krümmung auf eine zu große Fläche verteilt ist, als das man sie mit bloßem Auge zu erkennen ist. Der Widerlegungsbeweis, dass wenn man ein Segelboot , das am Horizont auftaucht, beobachtet, zuerst die Segel zu sehen sind, was bei einer flachen Erde keinen Sinn ergibt, wird ignoriert.

 

Quelle 2: https://www.youtube.com/watch?v=E75fNFnzA2M

 

Die wissenschaftliche Methode

Es wird nach der wissenschaftlichen Methode gearbeitet, wenn die arbeitenden Personen eine Theorie aufstellen, die messbare Vorhersagen macht, die in Versuchen bzw. Beobachtungen, die von jeder (Fach) Person be- oder widerlegt werden können.

 

Dann versuchen die Akteure in Studien oder Experimenten diese Vorhersagen zu widerlegen, scheitern sie daran und unabhängige Kollegen bestätigen die Ergebnisse als inhaltlich und methodisch richtig, gilt die Theorie als plausibel und kann veröffentlicht werden.

 

Quelle 3: https://harald-walach.de/methodenlehre-fuer-anfaenger/16-was-heisst-wissenschaftlich-bewiesen-das-replikationsproblem-in-der-forschung/

 

Kritisches Hinterfragen

Kritisches Hinterfragen, das Reflektieren von Inhalten anhand ihrer Pro- und Kontra Seiten, einschließlich dem Aufstellen einer eigenen Definition.

 

 

 

 

 

 

Aufgrund der oben angeführten Definitionen ergeben sich, im Falle der wissenschaftlichen Arbeit Vorgehensweisen, durch die sich die Aussagen auf ihre Richtigkeit überprüft werden können. Im Falle des kritischen Hinterfragens ergeben sich immerhin noch klare Aussagen, an denen sich Urheber und Vertreter, der Ansicht messen lassen müssen, während bei Verschwörungstheorien ein undurchsichtiges Gewirr an Vermutungen, Behauptungen und Anschuldigungen, das für die Anhänger nicht widerlegbar ist, da alle, die dieser Ansicht widersprechen, entweder dumm oder Teil der Verschwörung sind.

 

Daher ergeben sich Durch Verschwörungstheorien einige mögliche Gefahren.

  1. Die Isolation der Anhänger
  2. Die Radikalisierung der Anhänger
  3. Eine Zerklüftung der Gesellschaft

 

Aus meiner Sicht auch eine Gefahr, die nicht zu unterschätzen ist, nämlich, dass durch die alltägliche Verwendung verschwörungstheoretischer Denkweise sich diese normalisieren und so das wissenschaftliche Denken und Vertrauen in die Wissenschaft gefährden. In der Psychologie nennt man den Effekt der Normalisierung durch Wiederholung einer Behauptung mere-exposure-Effekt

 

https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/mere-exposure-effekt/9583

 

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