Interview mit Herrn Klaßmann, dem neuen Oberstufenkoordinator der DFG

Ich treffe Herrn Klaßmann am Freitag, den 11.12.2020 zum Interview.

An diesem Tag wurde verkündet, dass ab dem darauf folgendem Montag für viele Schülerinnen und Schüler wieder Distanzlernen stattfindet, daher wurde das Interview mehrfach unterbrochen. Um Verwirrungen zu umgehen habe ich die Unterbrechungen komplett aus dem eigentlichen Interview gelassen und direkt bei der ersten Frage angefangen.

Aber jetzt zum Interview.

FE: Nun zu der ersten Frage, welche Fächer unterrichten sie?

Herr Klaßmann: Ich unterrichte die Fächer Geschichte und Biologie, in dieser Reihenfolge. Ich unterrichte meist Geschichte und dann in der Sekundarstufe 1 auch GL und das Wahlplichtfach Naturwissenschaften.

FE: Warum unterrichten sie den diese Fächer?

Herr Klaßmann: Das sind alte Interessen, ich hatte schon immer in Geschichte und Biologie ganz gute Noten, hatte beide Fächer auch als Leistungskurse und als es dann für mich an die Frage ging, was ich beruflich machen möchte, habe ich nach Berufen Ausschau gehalten, bei denen ich mit beiden Fächer etwas machen kann.

FE: Warum sind sie denn Lehrer geworden?

 

Herr Klaßmann: Ich habe ja grade eben schon gesagt, dass es für mich ganz wichtig war, einen Beruf zu finden, in dem ich mit den beiden Fächer, an denen ich Spaß habe etwas zu machen. Das war relativ schwierig, ich hatte damals, als ich die Schule verließ, das Gefühl, Schule war eigentlich gar nicht so schlimm, das hat mir Spaßgemacht.  Ich hatte ganz gute Lehrer, ich bin mit meinen Mitschülern gut ausgekommen. Das war irgendwie nicht schlimm für mich. Dann kam das Jahr bei der Bundeswehr, da konnten diese Gedanken dann reifen und am Ende kam dabei raus, dass ich mich für ein Lehramtsstudium in Biologie und Geschichte beworben habe. Den Platz habe ich bekommen und dann ging das so weiter.

 

FE: Sie sind in der Schulleitung, was machen sie denn da so?

 

Herr Klaßmann: Ich bin jetzt ganz frisch gebackener Abteilungsleiter für die Gymnasiale Oberstufe und lerne diesen Beruf jetzt gerade: learning on the Job zwischen Corona und den Dingen, die ohnehin dazugehören: Organisation der Facharbeiten in der Q1, die Klausurtermine zu setzen, die Kurse einzuteilen und ganz viel Beratung drum herum von Schülerinnen und Schülern, manchmal auch von Kolleginnen und Kollegen.

 

 

FE: Jetzt zu einem anderem Thema: was mögen sie den an dieser schule und was nicht?

 

Herr Klaßmann: Ich finde es manchmal echt schwer, den jungen Menschen beizubringen, dass es einfach toll ist, wenn man Dinge weiß und versteht. Aber es sind unglaublich viele nette Menschen hier, mit denen ich gerne zusammenarbeite. Und es sind auch viele schöne Erfahrungen, die ich hier gemacht habe und das möchte ich nicht missen. Auch das Gebäude hat durchaus seinen Charme, gleich wohl möchte ich natürlich nicht verschweigen, dass das Gebäude mehr Charme hätte, wenn Fenster und Steckdosen funktionieren würden. Natürlich, auch das gehört dazu, überall wo viele Menschen zusammenkommen, trifft man auch immer auf Menschen, mit denen man nicht so gut klar kommt. Das ist eine Erfahrung, die wir alle in unserem Leben machen und das ist auch nicht auf die Schülerschaft begrenzt, das betrifft auch andere Personengruppen hier.

 

FE: Dann zu der vorletzten Frage, wenn sie drei Wünsche freihätten, welche wären das? Und auf welche Bereiche beziehen sie die?

 

Herr Klaßmann: Das ist eine sehr schwere Frage. Ich könnte mir natürlich einen Lottogewinn wünschen, dann hätte ich ausgesorgt, 20 Millionen Euro auf dem Konto, hätten durchaus einen gewissen Charme. Ich könnte mir natürlich wünschen, dass es Weltfrieden gibt oder das alle Menschen auf der Erde genug zu essen haben. Es ist schwer, tatsächlich. Ich finde es schwer, aus dem Bauch heraus zu sagen, das Wünsche ich mir. Ich würde mir Wünschen, dass meine Kinder ein zufriedenes, ein glückliches Leben führen können. Ich würde mir wünschen, dass es im nächsten Jahr einen Tag gibt, an dem jeder Mensch sagen kann, das war ein guter Tag und ich würde mir wünschen, dass alle Menschen drei Wünsche frei hätten und mal gucken was passiert.

 

FE: Ok, das klingt interessant, Ich hätte dann noch eine Nachfrage, die sich nicht direkt auf die vorigen Themen bezieht, bevor ich die abschließende Frage stelle, nämlich die folgende: Sie habe vorhin erwähnt, dass sie ihre Wehrpflicht geleistet haben und ich wollte dazu nachfragen, wie sie zu dem Aussetzen der Wehrpflicht stehen?

 

Herr Klaßmann: Das ist eine schwierige Frage. Es gab und gibt sicher viele gute Gründe, die Wehrpflicht auszusetzen. Sagen wir mal so, ich glaube es tut dem deutschen Staat keinen Schaden, wenn er keine Wehrpflichtigen mehr hat, das größere Problem ist, wie sich gezeigt hat, dass die Zivildienstleistenden viel mehr fehlen, als die Wehrdienstleistenden. Ich finde allerdings die Idee, dass die Bundeswehr offener ist und auch mehr Leute reinkommen, mit verschiedenen Ansichten und Ideen, für die Bundeswehr als Institution, viel heilsamer als der Zustand, in dem sie jetzt ist, dass nur Leute, die möglicherweise eine Affinität zu Waffen haben, dahin kommen.

 

FE: Ok, dann zur abschließenden Frage. Möchten sie sonst noch etwas sagen?

 

Herr Klaßmann: Ich finde es schön, dass wir wieder eine Schülerzeitung haben, das ist ja in den vergangenen Jahren immer mal wieder angelaufen, immer mal wieder eingeschlafen und in der Wahrnehmung der Schulöffentlichkeit auch gar nicht so drin gewesen. Ich würde mir wünschen, das wäre quasi mein vierter Wunsch, dass da jetzt etwas Dauerhaftes und Erfolgreiches draus wird.

 

FE: Daran arbeiten wir, vielen Dank!

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